Verein Mittagstisch Rheinau 

 

Generalversammlung vom 18. September 2003

(Artikel: Barbara Flacher - Andelfinger Zeitung vom 22.9.03)GV2003 D1x20030918-210326.jpg (127312 Byte)

bf. Zur ersten Generalversammlung lud am Donnerstagabend der Vorstand des Vereins Mittagstisch Rheinau in den Mehrzweckraum der Alterswohnungen, wo sich die Kinder jeweils zum betreuten Mittagstisch treffen. Prominente Referentin des Abends war SP-Nationalrätin Jacqueline Fehr, die die Familienpolitik zu einem ihrer Schwerpunktthemen machte. 

Monika Leutwyler, Präsidentin des Mittagstisch Rheinau, begrüsste die Anwesenden zur ersten Generalversammlung. Nach einigen Informationen zu dieser beispielhaften familienergänzenden Kinderbetreuung, stellte Karin Eigenheer, Vorstandsmitglied Öffentlichkeitsarbeit, die charmante Rednerin Jacqueline Fehr, vor.

Die ersten Jahre sind hart 

Die engagierte Power-Frau, die sich für eine neue Familienpolitik stark macht – sie hat zu diesem Thema ein Buch mit dem Titel «Luxus Kind?» geschrieben – freute sich, nach Rheinau zu kommen. «Es interessiert mich, wie sich das Familienergänzende Kinderbetreuungsangebot Mittagstisch in einer ländlichen, konservativen Gegend entwickelt. Der Anfang ist schwer, die ersten Jahre sind hart, doch die Familienergänzende Kinderbetreuung ist sehr wichtig, sie ist eine Investition in die Kinder. In den letzten Jahren hat sich viel verändert, die Gesellschaft ist angewiesen auf die Erwerbstätigkeit der Frauen.» 

Der Mittagstisch 

In den nächsten Jahren werden Einrichtungen wie Mittagstisch immer wichtiger, denn 40 Prozent aller Schulkinder sind schon heute regelmässig unbetreut. Man muss auch Strukturen schaffen, damit auch kleine Kinder sich treffen und ihre Freizeit gestalten können. Beim Mittagstisch gemeinsam erleben, dass man etwas zum Essen bekommt, das nicht so gut ist – beispielsweise lampige Pommes frites – fördert Kontakte. Auch sind Einrichtungen wie Mittagstisch für Kinder gute Trainingsstellen im Umgang mit anderen Erwachsenen. Kinder brauchen auch Orte, wo Eltern nicht immer dabei sind, sie brauchen etwas weniger Mutter, etwas mehr Vater und mehr Kind. 
Der Mittagstisch soll nicht gratis sein, er soll etwas kosten, aber er soll für alle Familien erschwinglich sein.Es braucht diese Dienstleistung, alle sollen helfen, sie zu finanzieren. Wichtig wäre auch, dass Kinder von Ausländerfamilien am Mittagstisch teilnehmen, das fördert das Kulturverständnis. 

Ausblick der Referentin für eine neue Familienpolitik 

Familie zu haben, ist für viele junge Menschen nach wie vor ein grosser Wunsch. Sie verbinden damit Geborgenheit, Sicherheit, Wärme und Fürsorge. Familie ist für viele aber auch ein Albtraum. Sie haben in der Familie Missbrauch, Entbehrung und Ausgrenzung erlebt. Wie auch immer: Familie ist der Ort, wo Chancen vermehrt oder zerstört werden. Familie schafft Glück und bereitet Sorgen. Familie hat eine wichtige Funktion in unserer Gesellschaft. 
Mit den Erfahrungen, Fakten und Überlegungen will Jacqueline Fehr in ihrem Buch «Luxus Kind?» ein weiteres Stück von Mythen befreien. Nur so wird eine gute Politik für Familien möglich. Familienpolitik basiert auf Fakten und orientiert sich an der Wirklichkeit. Familienpolitik ist ein eigener Politikbereich und gleichzeitig Teil vieler anderer Politikfelder. Familienpolitik setzt die Interessen des Kindes ins Zentrum und lässt die Bedürfnisse anderer Personen nicht aus den Augen. Damit haben Familien Zukunft, im Alltag wie in der Politik. 
Für die interessanten Ausführungen zum Mittagstisch im Speziellen und zur neuen Familienpolitik im Allgemeinen, bedankte sich das Mittagstischteam bei der Referentin Jacqueline Fehr mit einem farbenprächtigen Blumenstrauss. 

Jahresbericht, Jahresrechnung, Budget 

Von der Präsidentin, Monika Leutwyler, wurde der Jahresbericht verlesen. An einigen Anlässen war das Mittagstischteam mit einem Kuchen- und Getränkestand präsent, das gab wieder einen Zustupf in die Kasse. 

Die Jahresrechnung – sie wurde einstimmig genehmigt – und das Budget präsentierte Monika Ferrari. Der Verein Mittagstisch Rheinau zählt 47 Mitglieder und hatte im vergangenen Jahr 142 Betriebstage. Die Gemeinde Rheinau stellt dem Verein das Lokal gratis zur Verfügung und hat auch für das kommende Betriebsjahr einen respektablen Betrag gespendet. 

Nach den Mutationen und der Wahl eines neuen Vorstandsmitgliedes für die zurücktretende Monika Ferrari, dankte die Präsidentin der scheidenden Finanzvorsteherin mit einem Blumenstrauss für ihre geleisteten Dienste und allen, die den Verein unterstützt haben.

 

 

Zur Referentin Jacqueline Fehr: http://www.jfehr.ch/